Adam Greens “Minor Love” – Eine Empfehlung
Adam Green, der Wahnsinnsbarde mit der angenehmen Stimme und den versauten Texten, ist wieder da. Diesmal mit dem Album “Minor Love“. Das Mitglied der M
oldy Peaches ist das Aushängeschild der Antifolk-Bewegung und hierzulande um einiges bekannter als in den USA.
Gleich vorweg: Minor Love ist um einiges besser als der Vorvorgänger Jacket Full Of Danger.
Zumindest in der europäischen medialen Wahrnehmung, hat alles 2003 mit dem Lied Jessica begonnen. In Österreich schaffte es das Lied Emily sogar in die Charts und wurde so lange auf Heavy Rotation gespielt bis man erkannte, dass die Texte vielleicht doch etwas zu explizit für das Radio hierzulande waren.
Das Album Gemstones war kurz nach Erscheinen bereits ein Klassiker und durfte in keiner Plattensammlung hipper Indieteenies fehlen. Der Nachfolger Jacket Full of Danger konnte da nicht mithalten. Es war halt einfach fad, kurz zusammen gefasst. Dieses Album war sogar so fad, dass die meisten Menschen dessen Nachfolger Sixes & Sevens verschlafen haben. Doch spätestens seit Minor Love, das im Jänner 2010 erschienen ist, ist es Zeit aufzuwachen. Die aktuelle Platte ist das Ergebnis einer verarbeiteten Scheidung von Adam Green mitder Fotografin und Musikerin Loribeth Capella. Fast wirkt es so, als hätte ihm das Alleinsein gut getan. Frischer und selbstbewusster als zuvor, wirkt sein “I Don’t Give a Fuck”-Gesicht, die Tracks sind eigenständiger und unterschiedlicher als auf den Vorgängern.
Das “I Don’t Give A Fuck” Gesicht:
Dieses Album wird mit Sicherheit einige Zeit überdauern, nicht zu letzt wegen Songs wie diesem: “Cigarettes Will Burn Forever”
Adam Green versprüht in diesem Lied die geballte Kraft der Popkultur, der Gegenkultur. In einem rauchfreien Amerika, kann nur einer wie er “cool” und entspannt ein solches Statement abgeben und Romantik mit Nikotin verbinden, so als gäbe gesundheitliche Folgen nicht. Überhaupt finden sich in Greens Werken eine Vielzahl an künstlerischen Entitäten die man behalten möchte. Egal ob Texte, Melodien oder Körperhaltung. Adam Green hören ist wie Kultur essen und richtig satt werden.
Deswegen: “Minor Love” genießen!

