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Kruzideix – oder wie einer deixelt und die Kirche nicht mal das zusammenbringt.

Deixeln, deixln bedeutet etwas zustandebringen oder etwas hinbekommen.. und wer wenn nicht Manfred Deix deixelt Abbilder (nicht nur) der österreichischen Gesellschaft und ihrer Mächte/Mächtigen. Schön ist es nicht, was er macht, aber ästethisch! Sagen wir mal so: Es ist Kunst und Kunst darf alles. Die westliche Welt brüstet sich oft mit der Meinungsfreiheit. Die Freiheit der Kunst ist ein Gradmesser für Toleranz und der Fähigkeit der Selbstreflexion einer Gesellschaft. Österreich sieht das anders.

Am 27.12.2005 startete 25 Peaces das Projekt “EUROPART. Aktuelle Kunst in Europa. ” in Wien und löste heftige Debatten im Nationalrat aus. Auch die SPÖ zeigte sich entrüstet von einem der Werke von Tanja Ostojic. Ihr Beitrag, auch bekannt als “Euroschlüpfer“, wurde als Beleidigung der Europäischen Union kritisiert. So schnell konnte man gar nicht schauen, schwangen die Patriot_innen die Moralkeule und verteufelten die Kultur/Kunst und ihre Freiheit zum Schutze der eigenen. Über Kunst lässt sich streiten. Adorno betonte bereits den Rätselcharakter des Kunstwerks als Wesenzug. Durch diesen Rätselcharakter zwingen die Kunstwerke zu ständiger neuer Interpretation und zur Reflexion. Adorno erklärt diese Unausschöpflichkeit des Kunstwerks zu einem ästethischen Prinzip und legt es gesellschaftlich aus. Dadurch, dass sich das Kunstwerk nie klassifizieren und in ein bestimmtes Fach stecken lässt, es ein Nicht-Identisches ist, muss es der „verwalteten Welt“ ein Dorn im Auge sein (Vgl. Adorno, Theodor W.: Ästhetische Theorie. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1973).

Niemand wird von der österreichischen Gesellschaft erwarten, sich mit der kritischen Theorie auseinander zu setzen, aber von der Politik kann/muss man sich ein aufgeklärtes modernes Denken/Handeln erwarten. Aus der Geschichte sollte man lernen und nicht alles daran setzen sie zu ignorieren oder gar zu wiederholen. Im Jahr 2005 hat sie es nicht geschafft. Die Frage die sich jetzt stellt ist, wie wird die Debatte rund um den “Entwurt für ein multikulturelles Kruzifix” weitergehen.

Manfred Deix hat das getan was Karikaturist_innen tun: überspitzen und übertreiben. Die Kirche tut: kontrollieren, manipulieren und hetzen. Die Moralkeule der katholischen Kirche kann groß, schwer und mit Metallspitzen bestückt sein. Sie wirft Deix Beleidigung vor und dass er ein nationalsozialistisches Symbol kritiklos verwende. Dazu ist nur zu sagen, dass die Kirche sich um einiges bessern müsste um durch eine Karikatur von Deix beleidigt zu werden und, dass die Wiener Diakone nicht wissen was eine Karikatur ist, wenn sie meinen das irgendetwas das sich in einer Karikatur wiederfindet, kritiklos dort steht.

Die katholische Kirche in Österreich begibt sich damit auf ein Niveau, das stark an den Aufschrei bei den Mohammed-Karikaturen erinnert. Will die Kirche das wirklich? Seit der neue Papst das Ruder in der katholischen Kirche derart nach Rechts reisst (also seit seiner Wahl), entsteht dieser Eindruck. Zurück in die Vergangenheit, in die Zeit der religiös-motivierten Kriege und Unterdrückung. Das einzige was die Kirche dadurch erreicht ist ein erstarken der säkkularisierten Bewegung. Der Aufschrei der Wiener Diakonie kann doch nur bedeuten, dass sie “Wahres” in der Karikatur sehen. Anstatt sich darum zu bemühen die katholische Kirche zu öffnen und zu liberalisieren, verschließen sie sich vor der Meinungsfreiheit und der Selbstreflexion. Bleiben nur die nächsten Statistiken zu den Kirchenaustritten abzuwarten, dann werden sie hoffentlich sehen was sie damit erreicht haben.

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12 2009

"Wir können doch bitte nicht an der Bibel vorbei."…

… Sagt Gerhard Maria Wagner, in Zukunft Weihbischof von Linz. Nun ja…

Die Kirche macht es mir nicht leicht, vor allem in letzter Zeit. Nicht das ich ein glühender Verfechter des Wort Gottes wäre, aber meinem Großvater zu liebe bin ich bis dato noch Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Und das auch nur weil er immer wieder zu mir sagte: “Gottes Augen sind alle Menschen gleich!”

Ich dachte mir es sei okay seines sozialistischen Großvaters wegen, der geschickt die Verbindung zwischen Urchristentum und Sozialismus herstellte, noch bis zu seinem Ableben mit der Verneinung der Existenz des heiligen Geistes zu warten. Es gibt ja auch gute Sachen aus dem kirchlichen Umfeld. Die Caritas zum Beispiel , oder das Vinzidorf. Aber schön langsam gehen mir die Ausreden aus.

Johannes Paul II hatte sich wenigstens etwas Mühe gegeben: Dialog mit dem Islam und Judentum und sogar ein eigenes Musikvideo auf MTV. Aber dieser Ratzinger, Papst Benedikt der 666. müsste er heißen. Ich hab noch nie einen alten Fanatiker gesehen, der dem Teufel so ähnlich. Zumindest stelle ich mir den Teufel in Menschengestalt so vor. Mich wundert es erst gar nicht, dass dieser Papst ausgerechnet aus Adolf Hitlers Wahlheimat stammt.

Jedenfalls stellt die Kirche die Liebe zu meinem Großvater auf eine harte Probe. Einem alten Mann die Hoffnung auf eine gute und gläubige Nachfolgegeneration zu zerstören oder in einer Sekte die den Holocaust leugnet, Abtreibung als Mord bezeichnet und Homosexuelle von ihrer Krankheit heilen möchte als zahlendes Mitglied angehören?

Es tut mir leid Opa!

12

02 2009


”Am ”Willst