Mit Enttäuschung und einigen “Ich hab’s gewusst!” waren die Reaktionen auf die Rede von Barack Obama, anlässlich seiner Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis, versehen. Der Satz “Krieg ist manchmal notwendig” hat vielen Obama-Anhänger_Innen vor den Kopf gestoßen. Der Pazifist, der “Linke” der den Change brachte, entpuppte sich als waschechter Präsident der Vereinigten Staaten. Er hat das Land im Krieg übernommen und wird es als Land im Krieg regieren. Das müssten eigentlich selbst die wissen die daran glauben das Obama keinen Krieg will.
Wenn Barack Obama vernünftig regieren will kann er nicht mit dem Finger schnippen und alle Truppen abziehen. George Bush (und seine Vorgänger) sind aus Ölgier in ein Land einmarschiert, haben es ordentlich aufgemischt und konnten es bis dato nicht stabilisieren. Auch die jetzige Situation in den “amerikanischen Kriegsgebieten” ist alles andere als stabil. Wenn die amerikanischen Truppen abrücken würden, wer weiß, wie es dann um die Stabilität in den jeweiligen Ländern stehen würde – Obama weiß das.
All jene die Obama Kriegslust unterstellen haben es entweder verabsäumt die Umstände genauer zu betrachten, oder sie haben nur darauf gewartet mit dem Finger auf die große internationale Hoffnung links der Mitte zu zeigen. Obama ist kein Revolutionär er ist Reformist, er hat keine unbeschränkte Geldsumme und er kann auch nicht alles alleine entscheiden. Er ist und bleibt der Präsident der Vereinigten Staaten und kein Messias. Selbst der Präsident der USA ist an Regeln und Rahmenbedingungen gebunden, die ihm einen Strich durch die Rechnung machen können. Nur weil er sich (im Gegenzug zu George Bush) die Blöße gibt sich als Mensch mit Fehlern und Schwächen zu präsentieren (was manche auch als Ehrlichkeit definieren würden), heißt das nicht, dass er ein schwacher Präsident ist der nur Fehler macht.