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Killing the X-Factor

Am 21.02.1993 erreichte die Singleauskopplung “Killing in the Name” von Rage Against the Machine den Platz 25 der UK-Charts. Im Jahr 2009 erreichte dieselbe Auskopplung Platz 1! Der Grund dafür – die Facebookseite “Rage Against the Machine for Christmas No. 1” hat dem X-Factor den Krieg erklärt.

X-Factor ist eine Superstarshow á la Deutschland sucht den Superstar und dominiert seit Existenz mit dem_der jeweiligen Gewinner_in die Weihnachtscharts in England, dieses Jahr sollte alles anders sein. Die Gründer_innen der besagten Facebookseite wollten den X-Factor-Gewinner Joe McElderry vom Thron stoßen und haben es geschafft: mit über 500.000 verkauften Einheiten landeten RATM ihren ersten UK Nummer 1 Hit:

Auf Platz 2 landete die “Gewinnersingle” The Climb mit 50.000 weniger verkauften Singles:

Die Frage die sich hier stellen sollte: Ist das ein Sieg oder nicht? Viele verkaufte CDs nutzen der Musikindustrie und dem System des Kapitalismus. Und der Zweikampf um Platz 1 hat sicherlich auch die Verkäufe der X-Factor-Produktion beflügelt. Alles in allem ist mehr verkauft worden. Wenn dies das Ziel der Aktion war, dann war sie erfolgreich. Vielmehr jedoch erweckt die “Protestaktion” den Eindruck man hätte versucht das System zu stürzen und den Weihnachtsverkäufen eines aus zu wischen.

Sicherlich wurde bewiesen, dass die Stärke der heutigen Zeit in der Vernetzung durch Phänome wie Facebook liegt. Die Medien des Web 2.0 sind nicht zu unterschätzen (siehe Twitter als Informationsquelle aus Kriegsgebieten mit “Informationssperre”). Aber das Ganze als Revolution in einem System zu verkaufen wäre fatal. Was getan wurde war eine Single zu vermarkten und nicht das Ende des Neoliberalismus zu zelebrieren.

Die Konsequenzen daraus sind abzusehen: Die Plattenfirmen werden verstärkt ihre Produkte über Facebook und Co bewerben. Facebook und die Daten, die Menschen freiwillig darauf Preis geben, werden noch interessanter für die großen Konzerne. 500.000 verkaufte Platten durch eine Facebookseite die nichts kostet bedeutet ein maximaler Gewinn ohne einen Cent Ausgaben für Werbung – nicht mehr und nicht weniger.

Das System der freien Marktwirtschaft hat einen effektiveren, kostengünstigeren Weg gefunden sich zu reproduzieren und zwei junge Facebookuser_innen haben das bewiesen. Halleluja!

Mehr dazu:
The Guardian

Mashable.com

20

12 2009


”Am ”Willst